Die Straßen der Ersterwähnung Schöngeisings

Schöngeising wurde 763 erstmals urkundlich erwähnt (zumindest unter seinem nach-römischen Namen). Die Ersterwähnung könnte in Zusammenhang stehen mit der Einrichtung eines Transportdienstes über die Alpen. Die in der Urkunde genannten Orte könnten Routen für den Waren- und Posttransport beschreiben. Diese These enthält noch viele offene Fragen – daher stelle ich sie hier zur Diskussion. Wichtige zu klärende Fragen wären unter anderem:

  • Wo verlief die zweite Route parallel zur Claudia-Augusta? Westlich oder östlich des Starnberger Sees? Sind alte Wege auf dieser Strecke bereits bekannt?
  • Wie paßt Pasing in dieses Bild?
  • Wurde „pahhara“ korrekt identifiziert als 85232 Ober-/Unterbachern? Oder war es nicht doch eher 82266 Bachern (Inning) am Wörthsee?
  • Wo sollten diese Routen denn am nördlichen Ende hinführen? Zum Bischofssitz in Freising, den die Huosi bald danach mit einem Bischof aus ihren Reihen besetzten?
  • Hat jemand eine Idee was dieser „freun flumine“ sein soll? Bitterauf erklärte ihn 1905 als „Pfriem, Zufluß der Rott“? Es gäbe aber mehrere Flüsse Rott in Bayern (Raisting liegt auch an der Rott und Raisting selbst kam erst in einer späteren Schenkung zum Kloster). Und einen Fluß Pfriem kann man heute nicht mehr ausmachen.

Die Gründung des Klosters Scharnitz

Im Jahr 763 gründeten die Brüder Reginperht und Irminfrid (und ihre Mutter Acklinda, sowie die Vettern Oatilo und Cros) ein neues Kloster in Klais in den Scharnitzer Wäldern. Dazu statteten Sie es mit einer bemerkenswert großen Anzahl Höfe in ganz Baiern aus. In der Urkunde werden die Höfe an das neue Kloster und damit mittelbar an das Bistum Freising übertragen.

Rechtslage bei Schenkungen

Die Grundstücke wurden faktisch nur unter den Schutz der Kirche gestellt. Die baiovarische Rechtsauffassung war: Wenn man etwas der Kirche „schenkt“ behalten der Schenker und seine Erben weiterhin die Nutzungsrechte. Man behielt also einen vererbbaren Nießbrauch.

Die „Schenker“ behielten nach baiovarischen Recht die Kontrolle über die Schenkungen.. In diesem Fall setzte die Sippe der Klostergründer (die Adelssippe der Huosi) gleich einen Abt aus ihren Reihen ein.

Sehr wahrscheinlich gab es immer mündliche Nebenabreden bei Schenkungen. So ist bekannt, daß Grundstücksübertragungen oft an Bedingungen geknüpft waren (der neue Hofbesitzer mußte Botengänge übernehmen, bestimmte Verteidigungsaufgaben übernehmen etc.). Solche Reallasten der Grundstücke werden in den Urkunden aber nie erwähnt. Die Adelssippe der Huosi, vertreten durch die Brüder Reginperht und Irminfrid, hatte also volle Kontrolle über das neue Kloster und die verschenkten Güter.

In welchen Orten wurden Güter an das Kloster Scharnitz übertragen?

Die Orte mit Stiftungen für das neue Kloster Scharnitz. Gelb die Orte der Gründungsurkunde. Orange die Orte in nachfolgenden Urkunden.

Diese Zusammenstellung von Orten aus halb Baiern ist kurios. Schon mit dem Auto be­nötigt man 3,5 Stunden, um von Flaurling bis nach Vilshofen zu gelangen.

Einige Orte liegen einigermaßen nah an der noch intakten Via Claudia Augusta bzw. Via Julia. Andere an schiffbaren Flüssen – aber an unterschiedlichen. Wieder andere Orte schei­nen einfach Weiler am flachen Land gewesen zu sein – ohne die damaligen Straßen­verbindungen genau zu kennen. Ein sinnvolles Muster erschließt sich nicht auf Anhieb.

Erstaunlich, daß die Stifter diesen Flickenteppich an kleinen weitverstreuten Orten über­haupt im Kopf hatten.

Entfernung der Orte zu weit weg Kloster Scharnitz

Man kann sich das Kloster Scharnitz als ein weitgehend autarkes Wirtschaftsgut vorstellen, wie es viele Jahrhunderte später z. B. das Kloster Fürstenfeld war. So ein Kloster treibt von den umliegenden Dörfern den Zehnt ein und die Mönche kommen nicht weit herum.

Als Alimentierung hätte so eine Art Kloster mit den weitverstreuten Gütern der Stiftung direkt sicher wenig anfangen können. Vielleicht hätte das Bis­tum Freising anstelle seiner Klöster den Zehnt eingetrieben und die Klöster dann zentral alimentiert. Eine direkte wirtschaftliche Nutzung der Schenkung kann man sich nur schwer vorstellen. Die damaligen LKWs waren schließlich nur Ochsenkarren. Der Transport über die Flüsse war da sicher billiger – lohnt sich aber vermutlich erst, wenn man ein Schiff halbwegs voll bekommt. Dem Kloster Scharnitz halfen die Flüsse nur bedingt, da der Zehnt ihrer Güter flußaufwärts transportiert werden müßte. Man kann also festhalten: Die an das Kloster übertragenen Güter mußten größtenteils anderen Zwecken gedient haben, als der Versorgung des Klosters Scharnitz.

Welche Orte gingen an das Kloster?

Das Kloster Scharnitz wurde mehrfach mit Gütern bedacht:

  • Zuerst durch die Klostergründung 763
  • Später durch eine Nach-Schenkung (Flächen in Raisting, Garmisch, Zirl am Zirler Berg)
  • Innichen (769 von Tassilo III.)  Aber da war das Kloster schon nach Schlehdorf übergesiedelt.

Im Einzelnen waren das (in der Reihenfolge der Erwähnung in den Urkunden):

Dieser Ortsname in der Urkundeentsprach vermutlich diesem Ort/ Gebietund diente womöglich diesem Zweck
scaranziaeA-6108 Scharnitz bzw.
82494 Klais (Krün)
Sitz des Klosters
pollingaA-6404 Polling
(vermutlich nicht 82398 Polling)
Richtung Reschenpaß über Imst und Meran
fluriningaA-6403 FlaurlingRichtung Reschenpaß über Imst und Meran
opido humisteA-6460 ImstRichtung Reschenpaß über Imst und Meran
slehdorf82444 SchlehdorfStarnberger-See-Route?
hofahaim82447 Hofheim (Spatzenhausen)Via-Claudia-Augusta-Route
sinoluesdorf82404 SindelsdorfStarnberger-See-Route?
kisingas82296 SchöngeisingAmper-Querung
Starnberger-See-Route?
pasingas[2]81241 PasingWürm-Querung München-Schwaben in Ost-West-Richtung und Dachau-Starnberg in Nord-Süd-Richtung
grefoluinga82166 GräfelfingStarnberger-See-Route?
pago rotagauuueRottgau/Rottachgau (südwestlicher Bereich unterhalb vom rechten Donauufer von Vilshofen bis Wesenufer: am Inn von Ering bis Passau, unteres Rott-Tal 
pagum desertum uualhogoi82499 Wallgau
oder vermutlich der gesamte „verlassene Gau der Welschen“ mit Walchensee etc.
Warenumsetzung von der Via-Claudia-Augusta zur Isar Starnberger-See-Route?
curtana84494 Kurthambach (Neumarkt-Sankt Veit) (nahe der Rott zwischen Mühldorf und Dingolfing)
Diese Zuschreibung ist schlecht belegt.
 
fruen fluminePfriem
laut (Bitterauf, 1905) ein Zufluß der Rott. Da er vorher einen Ort im Bereich Passau nennt, meint er hier wohl die Rott bei Passau und nicht die Rott am Ammersee. Wo dieser Pfriem-Fluß sein soll ist aber unklar.
 
pahhara85232 Ober- und Unterbachern [?]
Könnte aber eigentlich auch sehr gut 82266 Bachern (Inning) am Wörthsee sein. Wenn das Gut dazu dann in Wahrheit östlich des Wörthsees lag, könnte es sehr gut in eine Starnberger-See-Route passen.
Starnberger-See-Route?
In einer späteren Schenkung:
 82399 RaistingVia-Claudia-Augusta-Route
 82467 GarmischVia-Claudia-Augusta-Route
 A-6170 ZirlRichtung Reschenpaß über Imst und Meran

Mögliche Gründe für die Gründung des Klosters Scharnitz

Transalpiner Verkehr als mögliche Motivation

Huosi und ihr Verkehrsinteresse

Ohne es an dieser Stelle detailliert auszuführen, so kann man festhalten:

  • Mitglieder der Huosi-Sippe hatten Güter im heutigen Südtirol. Waren, wie Wein, wurden über die Alpen transportiert zu den Höfen der Huosi-Sippenmitglieder.
  • Es gibt Hinweise, daß die Huosi im Streifen zwischen Staffelsee und Neuburg ein Bistum innehatten, daß 802 vom Augsburger Bischof Sintpert (als er in Personalunion auch Bischof von Staffelsee-Neuburg war) mit dem Bistum Augsburg fusioniert wurde.
    Die Huosisippe hätte demnach die kirchliche Macht in dem Streifen am Westrand des damaligen Baierns inne. Das erfordert natürlich auch einen gesicherten Verkehr von Post und Gütern innerhalb dieses Gebiets.
  • Die Huosi waren vermutlich eine alte baiovarische Adelssippe von fränkischen Adeligen. Die Loyalität zum bairischen Herzog war scheinbar nicht immer eindeutig. Baiern war für die Merowinger und Karolinger ein wichtiges Transitland für Militärzüge jenseits der Alpen und auch für den Handel.
    Möglicherweise errichteten die Huosi einen inner-bairischen Pufferstaat an der bairisch-alamannischen Grenze und sorgten für zuverlässigen Verkehr vom fränkischen Norden über die Alpen. [Die Huosi haben auch nie ein Kloster im fränkischen Gebiet links des Lechs gegründet. Obwohl sie weitverstreuten Grundbesitz hatten, bauten sie Klöster nur in diesem schmalen Streifen.]

Kloster als Firmenersatz

Funktionen, die heute Firmen übernehmen, mußten im Frühmittelalter oft von kirchlichen Institutionen (und großen Adelshöfen) übernommen werden. Dort gab es Männer und Frauen, die die Zeit hatten für diverse Aufgaben, da sie nicht ständig ihren Hof als Bauern bewirtschaften mußten. Teilweise wurde Bildung vermittelt; so gab es vor allem dort Schreibkundige.

Logistik als Hauptgrund für diese Klostergründung?

Betrachtet man die Landkarte mit den Schenkungen, kann man sagen: Es war geradezu die Idee dieses Klosters Scharnitz, daß es weit verteilte Räume verbindet. Hätten wir den Abt des Klosters Scharnitz  nach seinem Beruf gefragt, er hätte wohl vielsagend geantwortet: „Ich mache in Logistik.“

Post zwischen Italien und Baiern als mögliche Motiviation

Postwesen

(Störmer, 1987) puzzelt aus diversen Einzelnachweisen ein interessantes Bild des Botenwesens im frühen Mittelalter: Privilegierte Personen konnten damals ziemlich schnell Nachrichten über die Alpen schicken. Auch wenn die meisten Nachweise aus der Zeit nach 763 stammen, so bestand das Botenwesen wahrscheinlich schon vorher – und ist womöglich direkt von den Römern übernommen worden.

Was war in der Post?

Der bairische Herzog, die bairischen Bistümer, die Klöster und die Adeligen hatten Besitz in Italien: Weinberge rund um Bozen und am Gardasee, Grundbesitz von langobardischen Verwandten etc. Wenn fremde Truppen vor der Tür standen, mußte natürlich rasch Hilfe geholt werden. Die Verwaltung erforderte auch einen steten Strom an Informationen.

Die Postboten

Ein Lehnsherr vergab Bauernhöfe mit Auflagen. Man kann sich das als eine Reallast-Eintragung im Grundbuch vorstellen (das es damals natürlich noch nicht gab).

Man erhielt also einen Bauernhof und einige Felder zur Bewirtschaftung – aber dafür mußte man Botendienste übernehmen (oder in die Schlacht ziehen etc.). Die Boten hießen damals „Sindmannen“ oder „Wegmannen“. Diese Art Bauernhöfe hießen dann entsprechend „Sindhuben“. Naturgemäß lagen diese Sindhuben verteilt im ganzen Herzogtum, da kaum ein Bote von Regensburg nach Bozen gelaufen ist. Vielmehr haben die Boten die Botschaften wie Staffelhölzer von einem Boten zum nächsten getragen.

Mögliche Routen des Logistikunternehmens „Kloster Scharnitz“

Kartenbild

Betrachtet man die Orte mit Güterübertragungen auf einer Karte, so fallen gewisse lineare Strukturen auf.

Zudem kann man annehmen, daß im Jahr 763 noch viele Römerstraßen benutzbar waren.

Transalpine Strecke: Reschenpaß

Entlang des Inns werden Güter an 4 Orten (Imst, Flarling, Polling, Zirl) übertragen, was die Westroute über den Reschenpaß nach Meran markiert. Die andere Route über Innsbruck-Brenner wird in den Urkunden nicht unterstützt durch Güterübertragungen.

Die Route über die Via Claudia Augusta

Der Straßenname „Via Claudia Augusta“

Der Straßenabschnitt über den Zirler Berg, durch Scharnitz und Partenkirchen wird auch als „Via Raetia“ bezeichnet. Es gibt aber offenbar keine römische Quelle, die diesen Straßennamen verwendet.

Martin Ott in (Hans-Dirk Joosten, 2000 S. 15) bezeichnet das System paralleler und durch Querstraßen verbundener Hauptstraßen zwischen Bozen und Augsburg daher als „Via Claudia Augusta“. Wir meinen hier aber trotzdem nur einen bestimmten Strang dieses Straßenbündels:

Von Augsburg rechts des Lechs über Eresing, Windach, Raisting (wo eine Querstraße Gauting und Epfach verbindet). Weiter über Oberau (wo eine Querstraße die Straße links des Lechs anbindet) weiter über Scharnitz und Zirler Berg zum Inn.

Die Karte

Via Claudia Augusta ab Kloster Scharnitz bis Windach, Eresing. Die an Kloster Scharnitz übertragenen Orte gelb markiert.

Die möglichen Sindhuben

Boten säßen dann in diesen Orten und warteten auf Post zum Weitertragen:

Vom Ortdauert es zu Fuß so viele Stunden bis zur nächsten StationBemerkung
Klais (Kloster Scharnitz)2,25 (12 km)wie schon bei der vermuteten Starnberger-See-Route ist das erste Stück sehr kurz, obwohl dieser Abschnitt zumindest im Tal noch nicht sehr gebirgig ist. Vielleicht weil dieser Abschnitt von Mönchen selbst gegangen wurde?
Garmisch6 (29 km) 
82447 Hofheim (Spatzenhausen)5,25 (26 km)Hofheim liegt ein Stück entfernt von der alten Via Claudia-Augusta. Vielleicht ging 763 die Straße an der Stelle schon etwas weiter östlich? Oder es war einfach kein Grundstück zur Hand direkt an der Via Claudia-Augusta. Zwischen Hofheim und Raisting liegt auch ein Ort 82398 Polling, der in der Urkunde ggf. auch gemeint gewesen sein könnte anstelle von A-6404 Polling. Aber als Sindhube war er hier nicht dringend nötig und in der Urkunde wird er zwischen österreichischen Orten genannt.
Raisting10 (49 km)hier fehlt vermutlich noch eine Station auf Höhe Eresing. Es gäbe dort zumindest einen frühmittelalterlichen Ringwall.
Augsburg 

In 2,5 Tagen konnte also ein Brief zu Fuß von Augsburg zum Kloster Scharnitz gelangen. Mit dem Pferd natürlich noch ein ganzes Stück schneller Im römischen Straßenverzeichnis „Itinerarium Antonini“ werden Tagesetappen zwischen 35,5 und 53,5 km genannt. Das würde nahelegen, daß man auf den schlechter gepflegten (Schlamm-)Straßen im Frühmittelalter nur noch halb so schnell vorankam. Zitiert nach (Hans-Dirk Joosten, 2000).

Eine mögliche Route westlich des Starnberger Sees

Hergeleitete Route

Wenn man von den Orten mit Güterübertragungen die Orte an der Via Claudia-Augusta abzieht, dann bleiben noch Schlehdorf, Sindelsdorf, Gräfelfing, Schöngeising und Ober-/Unterbachern [falls der Ort richtig identifiziert wurde] – und Pasing.

Diese Orte der Schenkung bilden eine Nord-Süd-Kette, was auf einen Weg hindeuten kann. Tatsächlich ist das spekulativ, die Route könnte auch über Wolfratshausen-Schäftlarn-Gauting über die ehemalige Römerstraße Salzburg-Augsburg nach Schöngeising geführt haben.

Karte

So könnte die Boten-Kette über die Starnberger-See-Route verlaufen sein. Noch etwas kürzer wäre die Route auf der Ostseite des Starnberger Sees. (Störmer, Fernstraßen) zitiert H. Dannheimer, der eine Altstraße zwischen Percha-Neufahrn(Wolfratshausen)-Schäftlarn nachgewiesen hat. (Störmer, Fernstraßen) vermutet den weiteren Verlauf vom Bereich Raisting bis nach Gauting

Mögliche Route Zirl über Kloster Scharnitz westlich des Starnberger Sees. Die an Kloster Scharnitz übertragenen Orte gelb markiert.

Die möglichen Sindhuben

Boten säßen dann in diesen Orten und warteten auf Post zum Weitertragen:

Vom Ortdauert es zu Fuß so viele Stunden bis zur nächsten StationBemerkung
Klais (Kloster Scharnitz)5 (28 km)wie schon bei der Via-Raetia -Route ist das erste Stück sehr kurz. Vielleicht weil es von Mönchen selbst gegangen wurde?
Schlehdorf1,75 (9 km)eigentlich würde Sindelsdorf genügen. Vielleicht hatte Schlehdorf doch eine andere Aufgabe. Oder der Schlehdorfer und der Sindelsdorfer Bote arbeiteten „halbtags“ und haben sich die Aufgaben geteilt.
Sindelsdorf10,75 (52 km)da fehlt also noch eine Station auf Höhe Tutzing oder Münsing. Oder es gab hier berittene Boten. Tutzing zumindest geht auf eine Gründung von Huosi-Mitgliedern zurück.
Gräfelfing4,25 (21 km) 
Schöngeising5 (24 km) 
Ober-/Unterbachern7 (35 km)Vielleicht hatte das Bistum Freising rund um den Bischofssitz weitere Sindhuben
Freising 

In 3 Tagen konnte also ein Brief zu Fuß von Freising zum Kloster Scharnitz gelangen. Mit dem Pferd natürlich noch ein ganzes Stück schneller.

Was spricht gegen diese Route?

In der Stiftungsurkunde werden die Orte nicht in dieser Reihenfolge aufgezählt.

Pasing paßt eigentlich in keine richtige Boten-Ketten-Reihung. Pasing bleibt sozusagen funktionslos über. Pasing könnte eine andere Wegstrecke über die nachgewiesene Sindhube in Föhring und dann weiter nach Freising andeuten.

Würde man die Reihenfolge der Stiftungsurkunde nehmen ergäbe sich ein eigenartiger Zick-Zack-Kurs. Aber vielleicht gabelte sich der Postweg auf Höhe des späteren Münchens, um verschiedene Adressaten zu erreichen. Irgendwo müssen die adeligen Huosi-Stifter ja auch ihre Burg gehabt haben und die wollten vermutlich auch von ihrem Postwesen profitieren.

2 Kommentare zu „Die Straßen der Ersterwähnung Schöngeisings

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